LOCTITE Sofortklebstoffe - Häufig gestellte Fragen

Was bedeutet ausblühen?

Als Ausblühen bezeichnet man die weißlichen Verfärbungen an der Klebefuge, die entstehen, wenn leicht flüchtige Bestandteile des Cyanacrylatmonomers ausgasen, mit der Feuchtigkeit in der Umgebung reagieren und sich als weißes, pulvriges Material auf dem Teil niederschlagen. (Interessant: dieses Phänomen nutzt man in der Kriminaltechnik, um an einem Tatort Fingerabdrücke sichtbar zu machen.) Es gibt verschiedene Methoden, um das Ausblühen zu verhindern, z. B. für ausreichende Belüftung  am Arbeitsplatz sorgen, weniger Klebstoff auftragen bzw. den Klebstoff schneller aushärten. Die andere Möglichkeit besteht darin, ganz einfach einen ausblüh- und geruchsarmen LOCTITE Sofortklebstoff einzusetzen, der weniger flüchtig ist und deshalb weniger zum Ausblühen neigt.



Was bedeutet oberflächentolerant?

Sofortklebstoffe sind säurestabilisiert und benötigen zur Reaktion Kontakt mit einer schwachen Base (d.h. Feuchtigkeit). Also können saure Oberflächen (z. B. Papier und mit Zinkdichromat beschichteter Stahl) oder Rückstände (z. B. Essig) auf einem Teil die Aushärtung von Sofortklebstoffen verlangsamen oder sogar verhindern. Oberflächentolerante Cyanacrylat-Klebstoffe (CA) dagegen reagieren auf passiven und aktiven Oberflächen und in trockener Umgebung viel schneller als herkömmliche CAs und erzielen so konstantere und zuverlässigere Klebungen.



Wie werden Cyanacrylatklebstoffe schlagzäh modifiziert?

Es gibt verschiedene Methoden, um Cyanacrylatklebstoffe schlagzäh zu modifizieren, am häufigsten werden dafür Elastomer- oder Anhydrid- Zusätze eingesetzt. Diese   Zusätze zur Verbesserung der Schlagzähigkeit können Stoßbelastungen und Spannungen, die auf die Klebfuge einwirken, aufnehmen und verteilen und gewährleisten somit eine Klebung mit höherer Schlagzähigkeit.



Was ist ein thermoplastischer Kunststoff?

Ein Thermoplast - im Gegensatz zu einem Duroplast - ist ein polymerer Werkstoff, der durch Einwirkung von Druck oder Temperatur verformt oder erwärmt werden kann. Schmelzklebstoffe und Cyanacrylate sind die häufigsten Arten von thermoplastischen Klebstoffen.



Wie trenne ich versehentlich zusammengeklebte Finger?

Haut kann aufgrund ihrer hohen Feuchtigkeit durch Cyanacrylatklebstoffe sehr schnell verklebt werden. Eine einfache Methode, um zusammengeklebte Hautstellen und Finger zu trennen, besteht darin, einen Kugelschreiber oder Bleistift durch die Klebschicht zu rollen und dadurch die Klebung auseinanderzuschälen. Man kann es auch mit warmem Wasser und Seife versuchen.



Wie soll ich meinen Cyanacrylatklebstoff lagern?

Um optimale Lagerfähigkeit zu erzielen, wird empfohlen, die ungeöffneten Cyanacrylatflaschen im Kühlschrank zu lagern. Die Verarbeitung der Sofortklebstoffe erfolgt bei Raumtemperatur. Bei der täglichen Verwendung ist es nicht sinnvoll, die Reaktionsklebstoffe einem permanenten Temperaturwechsel auszusetzen. Aufgrund der ständigen Temperaturwechsel von kalter Lagerung (Kühlschrank) und Raumtemperatur bei der Applikation käme es zu einer wiederholten Kondensation von Luftfeuchtigkeit in der Klebstoff-Flasche, so dass bei den Wechseltemperaturlagerungen die eingeschleppte Feuchtigkeit den Klebstoff sogar schädigen würde.
Bei einer Lagerung, ohne Klebstoffverbrauch, über 2 Wochen hinaus, sollten wieder die optimalen Lagerbedingungen eingehalten werden.



Was ist der Unterschied zwischen "Fixierzeit" (d.h. der Zeit zur Erreichung der Handfestigkeit) und der "Aushärtezeit"?

Ein Klebstoff ist "handfest" fixiert, wenn die Klebung genügend Festigkeit erreicht hat, so dass die verbundenen Teile gehandhabt werden können, ohne die Langzeitfestigkeit des Klebstoffs zu beeinträchtigen. Im Labormaßstab entspricht die Zeit zur Erreichung der Handfestigkeit der Zeitspanne, die eine 25 mm breite, mit 12 mm Überlappung geklebte Zugscherprobe benötigt, um einer Scherbelastung mit einem 3-kg-Gewicht mindestens 5 Sekunden lang standhalten zu können. Für Cyanacrylate beträgt diese Zeitspanne normalerweise nur Sekunden. Die vollständige Aushärtung ist erreicht, wenn der Klebstoff seine höchste Klebkraft erzielt hat. Bei Cyanacrylaten sind das typischerweise 24 Stunden.



Welche Arten von Lösungsmitteln/Chemikalien greifen Cyanacrylate an?

Im allgemeinen sind Cyanacrylatklebstoffe sehr gut beständig gegen unpolare Lösungsmittel (z. B. Motoröl, Ether und Toluol), wogegen die Beständigkeit gegen stark polare Lösungsmittel (z. B. Ätzmittel, Essigsäure, Aceton, etc.) schlecht ist. Genauere Angaben zur chemischen Beständigkeit finden Sie im Technischen Datenblatt des jeweiligen Produktes.



Wann soll ich einen CA-Primer einsetzen?

CA-Primer sind lösungsmittelbasierte Produkte, die vor dem Klebevorgang aufgetragen werden, um die Haftfestigkeit (nicht die Aushärtegeschwindigkeit) auf  unpolaren Oberflächen zu  verbessern, damit sie mit Cyanacrylatklebstoffen geklebt werden können. Nach dem Primerauftrag muss eine Wartezeit eingehalten werden, damit das Trägerlösungsmittel vor Auftragung des Klebstoffs von der Oberfläche ablüften kann (typisch sind <1 Min.). Primer sind möglicherweise nicht für alle Oberflächen empfehlenswert, deshalb sollten weitere Einzelheiten im jeweiligen Technischen Datenblatt oder dem Leitfaden für das Kleben von Kunststoffen nachgelesen werden.
Für alle LOCTITE Sofortklebstoffe gilt, dass die Oberflächen sauber und fettfrei sein müssen, um optimale Ergebnisse zu erzielen. LOCTITE SF 770 wird besonders für polyolefine Kunststoffe wie Polypropylen (PP) und Polyethylen (PE) empfohlen. Beim Kleben von Materialkombinationen sollte der Primer nur auf die Kunststoffoberfläche aufgetragen werden.



Wann soll ich einen CA-Beschleuniger einsetzen?

CA-Beschleuniger sind lösungsmittelbasierte Produkte, die vor oder nach dem Klebevorgang aufgetragen werden können, um die Aushärtegeschwindigkeit und/oder das Spaltfüllvermögen von Cyanacrylatklebstoffen zu erhöhen. Sie können auch nachträglich verwendet  werden, um Klebstoffüberschüsse auszuhärten, die aus einer Klebefuge herausgepresst wurden, bzw. zur Aushärtung von freiliegenden Cyanacrylatraupen, mit denen Drähte o.ä. gesichert und befestigt werden. Sie sind besonders nützlich in den Wintermonaten bei sehr kalten und trockenen Umgebungsbedingungen.



Was bedeutet Spannungsrissbildung und wodurch wird sie verursacht?

Bei einigen unter mechanischer Spannung stehenden Kunststoffen (z. B. Polycarbonat, Acryl und Polysulfon) kann nicht ausgehärtetes Cyanacrylat im flüssigen Zustand bei längerer Einwirkung zur Bildung von Rissen in dem Kunststoff führen. Mögliche Maßnahmen zur Vermeidung/Verringerung von Spannungsrissen sind z. B., die Klebungen schnell zu fügen, verstärkte Kunststofftypen einzusetzen, die Kunststoffteile zu tempern oder die Aushärtung des Cyanacrylatklebstoffs mit einem Beschleuniger oder mit Licht (nur lichthärtende Flashcure Produkte) zu beschleunigen.



Warum ist die Anwendung von Cyanacrylaten auf Glas nicht zu empfehlen?

Wenn Cyanacrylate zum Kleben von Glas eingesetzt werden, ist die Festigkeit anfänglich hoch, verschlechtert sich aber dann im Laufe der Zeit dramatisch. Die Aushärtegeschwindigkeit ist bedingt durch die grundlegenden Eigenschaften von Glas extrem schnell; dadurch können auf molekularer Ebene in der Grenzschicht am Glas hohe Spannungen in der Klebefuge entstehen. Durch diese hohen Spannungen ist das ausgehärtete Polymer an der Klebefuge anfällig für einen physikalischen und chemischen Abbau, der im Laufe der Zeit durch Dehnung und Kontraktion der Klebung infolge von Temperaturveränderungen oder hydrolytischen Angriff durch Feuchtigkeit etc. stattfindet. Beim Kleben von Verbindungen mit Glas kann deshalb keine dauerhafte Klebung erzielt werden.



Wie härten Cyanacrylatklebstoffe aus?

Herkömmliche Cyanacrylate sind säurestabilisierte, einkomponentige Klebstoffe, die bei Raumtemperatur rasch reagieren, wenn sie unter dem Einfluss von Feuchtigkeit (einer schwachen Base) zwischen zwei eng anliegende Oberflächen gebracht werden. Henkel bietet auch lichthärtende ("Flashcure") Sofortklebstoffe an, die neben dem herkömmlichen CA-Aushärtemechanismus Photoinitiatoren enthalten, die bei Bestrahlung mit Licht in der geeigneten Wellenlänge eine schnelle Polymerisierung herbeiführen. Für Anwendungen mit großen Spaltweiten oder Toleranzen stehen auch 2K-Sofortklebstoffe für die Auftragung mit Statikmischer zur Verfügung.




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