06.10.2011

 

Silver Star

Man kann ihn lieben oder hassen, vergessen wird man ihn nie, 1620 m lang und 73 m hoch, drei Minuten Fahrzeit, Adrenalin pur!

Wenn Sie sich je gefragt haben, wie sich die Beschleunigung und die Fliehkräfte in einem Formel-1-Rennauto anfühlen, dann machen Sie eine Fahrt mit dem Silver Star, dem Hyper Coaster im Europa-Park. Aber nicht nur die technische Leistung ist atemberaubend – die Höhe ist es ebenso. Und alles allein durch die Schwerkraft, 130 km/h und Fliehkräfte über 4G!

Hyper Coaster sind Stahlkonstruktionen, die so ausgelegt sind, dass sie maximale Geschwindigkeiten und „Airtime“ erzielen so bezeichnet man den Moment der Schwerelosigkeit durch die negativen G-Kräfte, der das Gefühl des Fliegens vermittelt. Die enormen Kräfte stellen höchste Ansprüche an Technik und Instandhaltung. Der Silver Star erfüllt die strengen Sicherheitsvorschriften des deutschen TÜV in vollem Umfang.

Der Silver Star wirkt beruhigend solide und zuverlässig. Die Sitze könnten aus dem neuesten Rallye-Auto stammen, aber am beeindruckendsten sind die Sicherheitsbügel. Die schwere Stahlkonstruktion mit futuristischen, schwarz gepolsterten Handgriffen liegt eng am Körper an und rastet mit einem befriedigenden, satten Klick ein, der Fahrgast ist zuverlässig gesichert.

Extreme Leistung, extremer Nervenkitzel
Die Fahrt beginnt mit einem langsamen, nervenaufreibenden Anstieg, der die Fahrgäste tief in ihre Sitze presst. Wenn der Zug den höchsten Punkt von 73 m erreicht, kommt er fast zum Stehen dann aber ertönen Freuden- oder Angstschreie aus vielen Kehlen, wenn der Silver Star scheinbar im freien Fall mit 130 km/h abwärts rast und dann durch eine Reihe von Kurven und Sturzfahrten donnert, die den Fahrgästen maximale „Airtime“ bieten. Die furchtsameren unter ihnen klammern sich an ihre Griffe, während die wagemutigen die Arme hoch halten, um das meiste aus den negativen G-Kräften herauszuholen natürlich zuverlässig vom Sicherheitsbügel gehalten. Gerade wenn man denkt, es müsse jetzt alles überstanden sein, steigt der Zug plötzlich wie eine Rakete auf und wirft sich zum fantastischen großen Finale in eine hufeisenförmige 120°-Kurve, den „Horseshoe“. Dann wird aus dem berauschenden Hochgefühl Freude und Erleichterung, wenn die Fahrgäste fühlen, wie der Zug abbremst und sie heil wieder unten gelandet sind. Aber wie funktioniert das alles? Eine absolut überwältigende technische Leistung mit einer Beschleunigung und Fliehkräften wie in einem Formel-1- Boliden aber ohne Motor! Wie schafft man es, dass alles rund und sicher läuft?

High-Tech und traditionelle Werte
Seit ihren Anfängen als „Montagnes Russes“ haben Achterbahnen eine lange Entwicklung durchlaufen ursprünglich entstanden sie nämlich schon im 15. Jahrhundert in St. Petersburg (deshalb als „russische Berge“ bezeichnet) als bis zu 25 m hohe Konstruktionen auf Holzstützen, die mit Wasser übergossen wurden und so zu Eisrutschen gefroren. Heute sind die neuesten unter ihnen – wie der Silver Star – computergesteuert. Geschwindigkeit und Auslastung werden kontinuierlich berechnet, um die erforderliche magnetische Bremskraft genau zu dosieren; aber wie zu Zeiten der „russischen Berge“ bleiben Vibrationen und die Sicherheit wichtige Themen. Damit die Sicherheitsbügel ihre Aufgabe zuverlässig erfüllen können, müssen sie allen Vibrationen standhalten.

Hans Volz, als Chefingenieur zuständig für die Instandhaltung des Silver Star, vertraut auf Loctite 243: „Wir überprüfen alle 108 Bügel jeden Tag, und einmal pro Jahr werden die Systeme zur gründlichen Inspektion komplett demontiert. Wenn wir die Bügel wieder zusammenbauen, werden damit die Schrauben gesichert, mit denen die Ratschenteile am Hauptbügel befestigt sind. Weil Loctite® 243 ein mittelfestes Produkt ist, bietet es genug Festigkeit, um den Belastungen standzuhalten, trotzdem können die Teile für die Instandhaltung demontiert werden. Es ist einfach perfekt für uns.“

Die Räder müssen rollen
Die Laufräder tragen entscheidend dazu bei, eine schnelle und trotzdem sichere Fahrt zu ermöglichen und die Bahn von oben, unten und seitlich auf der Schiene halten. Wie die Sicherheitsbügel werden auch die Radsätze täglich überprüft und jedes Jahr einmal demontiert, untersucht und wieder zusammengebaut. Bei einer kompletten Inspektion müssen die Kugellagerkäfige aus Stahl vollständig von den Aluminium-Rädern gelöst werden, und bei insgesamt 120 zu prüfenden Rädern ist Effizienz  ein wichtiges Kriterium.

Chefmechaniker Volz kennt einen nützlichen Trick: „Weil Aluminium sich schneller ausdehnt als Stahl, erwärmen wir die Räder auf 70 °C, so können wir die Stahl-Lagerkäfige einfach herausdrücken. Dann reinigen wir alle Oberflächen mit Loctite 7063. Zum Befestigen des Käfigs verwenden wir Loctite 638 das ist ein hochfestes Fügeprodukt, ideal wenn es um zylindrische Metallteile geht.“ Loctite 243 wird zum Sichern der Schrauben eingesetzt, welche die Lagergehäuse befestigen, ebenso zum Sichern der Schrauben, mit denen die Räder an die Bahn montiert sind.

“Loctite 243 spart uns viel Zeit, ohne die Zuverlässigkeit in irgendeiner Weise zu gefährden,“ fügt Achim Stoss hinzu, der als Ingenieur unter anderem für die Instandhaltung des Silver Star zuständig ist. „Die Verbindungen halten fest, so lange wir es brauchen, und wir können die Teile trotzdem mit Handwerkzeugen demontieren.“

Der Europa-Park ist Deutschlands größter Freizeitpark und der besucherstärkste saisonale Freizeitpark der Welt, aber trotz allem ist er immer noch ein Familienunternehmen. „Die Familie Mack ist seit 1920 im Geschäft; damals begann man mit der Konstruktion von Fahrgeschäften für Jahrmärkte. Die traditionellen Familienwerte gelten noch immer das sieht man daran, wie stolz die Leute hier auf ihre Arbeit sind,” sagt Alfred Kaltenbach, Regionaler Loctite Verkaufsleiter.




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